Ausschreibung: Stipendien im Promotionsprogramm „Gestalten der Zukunft: Transformation der Gegenwart durch Szenarien der Digitalisierung“, Carl con Ossietzky Universität Oldenburg, Frist: 22. Juni 2020

Das interdisziplinäre Promotionsprogramm „Gestalten der Zukunft: Transformation der Gegenwart durch Szenarien der Digitalisierung“ wird von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg in Kooperation mit der Jade Hochschule Wilhelmshaven-Oldenburg-Elsfleth sowie dem Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst durchgeführt und vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert. Angesiedelt am Wissenschaftlichen Zentrum „Genealogie der Gegenwart“ der Universität Oldenburg bietet es einen hervorragenden Rahmen für theoretisch und empirisch ausgerichtete Promotionsvorhaben, die sich aus kultur- und gesellschaftswissenschaftlichen Perspektiven mit der digitalen Transformation auseinandersetzen. Das Promotionsprogramm geht davon aus, dass gegenwärtiges Handeln nicht nur von der Vergangenheit, sondern auch von Zukunftsentwürfen informiert und beeinflusst wird. Vor diesem Hintergrund sollen die Dissertationen das komplexe Wechselspiel zwischen – utopischen oder dystopischen, euphorischen oder skeptischen – Zukunftsszenarien der Digitalisierung einerseits und (wirtschaftspolitischen, bildungspolitischen, technologischen) Maßnahmen, Praktiken und Entwicklungen andererseits erforschen, die bereits im Hier und Jetzt auf diese Zukunftsszenarien reagieren. Folgende Leitfragen können als eine Orientierungsgrundlage dienen: 1. Wie, unter welchen Bedingungen und in welchen gesellschaftlichen Bereichen (Politik, Bildung, Wirtschaft, Gesundheitswesen usw.) werden welche Bilder einer digitalen Zukunft entworfen? 2. Wie und in welchen Genres, Medien und Institutionen (Parteiprogramme, wissenschaftliche Expertisen, Zukunftsforschungen, Science Fiction, politische, technische etc. Schaltzentralen wie z. B. Ministerien, usw.) erlangen diese Zukunftsentwürfe eine sinnlich fassbare Gestalt? 3. Welche Szenarien setzen sich wo und wann gegen andere Szenarien durch und üben bereits heute eine Gestaltungsmacht z. B. in Prozessen politischer Entscheidungsfindung, in Bildungsinitiativen oder in Maßnahmen zur Abwehr gegenwartsdiagnostisch festgestellter Krisen aus?

Am Programm beteiligt sind folgende Disziplinen: Amerikanistik, Betriebswirtschaft, Bildungswissenschaften, Erziehungswissenschaft, Germanistik, Geschichtswissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Kulturwissenschaft, Musikpädagogik, Musikwissenschaft, Philosophie, Soziologie, Sportwissenschaft und Wirtschaftsinformatik.

Aus der Perspektive der amerikanistischen Literatur- und Kulturwissenschaft interessiert es sich für die Geschichte, die Formen und die Funktionspotentiale von Repräsentationen einer digitalen Zukunft in unterschiedlichen Medien und Genres im nordamerikanischen Kontext (bspw. literarische Texte, Filme, Streaming-Angebote, populäre Musik, Gaming, sog. ‚Neue Medien‘, Graphic Novels). Denkbar sind also u.a. Projekte, die sich mit den (medientechnologischen, politischen, sozioökonomischen,…) Voraussetzungen solcher Zukunftsentwürfe in unterschiedlichen historischen Kontexten beschäftigen; die nach deren medien- und genrespezifischen Verfahren und Muster der Darstellung fragen und bspw. intertextuelle/-mediale Referenzen solcher Entwürfe aufeinander bzw. auf klassische Modi der Zukunftserzählung (Utopie/Dystopie) in den Blick nehmen; oder Projekte, die die Effekte solcher Entwürfe auf die Wahrnehmung und Deutung einer bestimmten (durch diese Zukunftsentwürfe hergestellte und diese Entwürfe ebenso informierende) Gegenwart in unterschiedlichen historischen und regionalen Kontexten fokussieren.Das Land Niedersachsen fördert das Promotionsprogramm mit insgesamt 15 Georg-Christoph- Lichtenberg-Stipendien (mtl. 1.400 Euro Grundbetrag zzgl. 100 Euro Sachkostenbeitrag und ggf. Kinderpauschale, Laufzeit 3 Jahre).

Zum 1. Oktober 2020 sollen davon bis zu 10 Stipendien vergeben werden. Das Promotionsprogramm bietet Promovierenden ein ideales Umfeld durch interdisziplinäre Tandembetreuung und Angebote zur fachlichen Vertiefung, ein Forum für interdisziplinäre Dialoge und das Knüpfen (über-)fachlicher Netzwerke sowie Angebote zur Erlangung wissenschafts- und arbeitsmarktorientierter Schlüsselqualifikationen. Die Arbeitssprache im Kolleg ist Deutsch. Bewerbungen bzw. Projekte in englischer Sprache sind dennoch möglich. Passive Deutschkenntnisse, die die Wissenschaftskommunikation ermöglichen, werden vorausgesetzt.

Weitere Informationen zur thematischen Ausrichtung, zu zentralen Fragestellungen, zu Beispielprojekten und zu den beteiligten Hochschullehrer/innen finden sich auf: https://uol.de/wizegg/promotionsprogramm
Von den Bewerber/innen wird ein überdurchschnittlicher, zur Promotion befähigender universitärer Hochschulabschluss in einem der beteiligten Fächer oder einem benachbarten Fach erwartet. Zudem sollen die Bewerber/innen zum Zeitpunkt ihrer Bewerbung bereits eine konkrete Idee für ein interdisziplinär anschlussfähiges Promotionsprojekt mit Bezug zur Thematik des Programms entwickelt haben. Bewerbungen sollen (bitte in dieser Reihenfolge) umfassen: 1. ein Anschreiben inkl. einer Stellungnahme zur eigenen fachlichen Verortung (insgesamt max. eine Seite); 2. ein etwa 1000 Zeichen umfassendes Abstract des geplanten Promotionsvorhabens, das auch die Anknüpfung an Gegenstand und Fragestellungen des Promotionskollegs deutlich macht; 3. eine max. fünfseitige Skizze des Promotionsvorhabens (exklusive Literaturverzeichnis, das nicht länger als zwei Seiten sein sollte); 4. einen Lebenslauf; 5. Zeugnisse; 6. ein Empfehlungsschreiben einer Hochschullehrerin/eines Hochschullehrers.

Bewerbungen sind bis zum 22.06.2020 in elektronischer Form (als ein einziges pdf-Dokument) an die Sprecher des Promotionsprogramms, Prof. Dr. Thomas Alkemeyer und Prof. Dr. Martin Butler, zu richten: gestaltenderzukunft@uni-oldenburg.de.